Qigong-Kurse in Karlsruhe

Qigong und Stressbewältigung


AUCH IM JAHR 2020 GILT: „VORBEUGEN IST BESSER ALS HEILEN!“

Qigong wird heute in China vor allem in der Gesundheitsprävention eingesetzt. Auch bei uns findet Qigong in der Prävention und zur Stressbewältigung immer mehr Anwendungsbereiche. Die ruhigen, harmonisierenden Übungen in Verbindung mit sanften Atemsequenzen und wohltuenden Vorstellungsbildern beim Üben können zu einer deutlich spürbaren Stressreduktion führen.


Im ganzen Spektrum der Stressstörungen von leichter Nervosität über starke Unruhe und Schlafstörungen bis hin zu Anzeichen von Burnout können wir mit regelmäßigen Übungen in Bewegung und Ruhe eine Entspannungsreaktion anstoßen und zur Beruhigung und Erholung beitragen.


Das Lebensprinzip Qi zu erhalten, zu nähren und in harmonischen Fluss zu bringen, erreichen wir durch Gong, das Üben. Auch arbeiten wir ganz allgemein gesprochen auf eine Ausgewogenheit von Yin und Yang hin. Unter besonderer Berücksichtigung des "nährenden" Yangsheng-Aspekts betonen wir allerdings bei unseren Übungen etwas mehr das Yin: die Energieaufnahme (Yin) hat Vorrang vor dem Energieverbrauch (Yang). So können neue Kräfte gesammelt und die Regeneration gefördert werden.


Das westliche Konzept des Parasympathicus und Sympathicus

Aus Sicht der westlichen Medizin könnte man viele stressbedingte Erkrankungen als Folge einer Dysbalance zwischen den beiden Nervensträngen Parasympathicus und Sympathicus beschreiben. Während der erstere eher gemütlich unterwegs ist und ganz allgemein Erregungsniveaus reduziert und im Körper für Entspannung sorgt, treibt uns der Sympathicus an, sorgt für Spannung und Aufregung und dafür, dass wir in dieser schnelllebigen Zeit mithalten können.


War der Sympathicus in früheren Zeiten durch den Säbelzahntiger und andere Bedrohungen gefordert, so muss er uns heute durch die Komplexität, die Leistungsanforderungen und die Hyperaktivität eines modernen Lebens navigieren, das uns wenig Gelegenheit zum Ausruhen und Entspannen lässt. Und genau hierfür benötigen wir den eher wenig beanspruchten Parasympathicus - um in ein besseres Gleichgewicht zwischen Anspannung und Entspannung, zwischen Aktivität und Ruhe zu kommen. Regelmäßig ausgeführte Qigongübungen unterstützen uns dabei.


Der gleichmäßige meditative Bewegungsrhythmus der Übungen in Verbindung mit tiefen Atemzügen reduziert nachgewiesenermaßen sowohl den systolischen als auch den diastolischen Blutdruck bei Menschen mit Hypertonie. Bei intensiverem Atmen können wir über das Zwerchfell den Parasympathicus erreichen. Und der stellt Körper und Geist auf Entschleunigung und Entspannung ein. Wir können also gezielt Einfluss auf unsere Gesundheit nehmen: mit Qigong stärken wir die für ein herzgesundes Leben postulierten Schutzfaktoren Bewegung und Entspannung gleichermaßen.


Qigong-Übungen bei Bluthochdruck

Chronischer Stress trägt zu Bluthochdruck bei. Man sollte also solche Übungsformen bevorzugen, bei denen man entspannt bleiben und zugleich eine moderate Anstrengung erfahren kann. Konkretes Ziel der Qigongübungen bei Bluthochdruck ist das Absenken des Qi und somit ein Entgegenwirken der energetischen Schwäche im unteren Teil des Körpers. Auch soll der Geist beruhigt werden. So bewirkt nach Prof. Jiao das Bewahren der Vorstellungskraft im unteren Dantian eine deutliche Senkung des Blutdrucks.


Steigen und Sinken des Qi üben wir in zahlreichen Formen – so auch im „Stehen wie eine Kiefer“: natürlicher Stand, entspannte Aufmerksamkeit, untere Stabilität und obere Leichtigkeit, dem Ausatmen wird gerade bei Bluthochdruck etwas mehr Bedeutung beigemessen als dem Einatmen.


Die Übung „Reguliere den Atem, beruhige den Geist“ praktizieren Menschen mit Bluthochdruck im Sitzen und/oder Stehen, indem sie die Hände immer nur bis Brusthöhe heben. Auch hier fokussieren wir mit unserer Vorstellungskraft im unteren Dantian.


Auch bei der Übung „Zerteile die Wolken, halte den Mond“ üben wir ein gemäßigtes Steigen und Sinken des Qi-Flusses (Lungen- und Herzleitbahn). Bei dieser wie bei den bereits genannten Übungen wird das richtige Maß für Entspannung und Anspannung als ein dynamischer Prozess während des Übens gesehen.


„Die Sonne im Meer versenken“: beim langsamen Ausatmen und mit sinkenden Armen stellen wir uns vor, die Sonne ganz allmählich nach unten zu schieben und schließlich im Meer zu versenken. Der Blick folgt der Bewegung der Hände. Körper, Atmung und Geist sollten bei allen Übungen eine Einheit bilden.


Demnächst hier weiterlesen: Die Praxis des Herz-Qigong


Literaturhinweise: